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Häufige Krankheitsbilder


Diese Abschnitte beinhalten medizinische Fotos, die für Sie eventuell abstoßende, furcht-oder ekelerregende Bilder beinhalten.

 

Neue Behandlungsmöglichkeit für die Dupuytren′sche Kontraktur

Seit März 2011 steht in Europa eine Clostridien Collagenase zur Verfügung. Sie löst nach Injektion den Strang in der Hohlhand das ermöglicht wieder die Streckung des Fingers und erspart in vielen Fällen eine Operation. Erste von uns publizierte Erfahrungen zeigen gute Wirksamkeit. Das Medikament heißt in Österreich Xiapex und wird an geschulte Handchirurgen ausgegeben. Das stellt sicher, dass nur erfahrene, mit der Problematik eng vertraute Ärzte das Medikament anwenden. Das handchirurgische Department am Herz Jesu Krankenhaus war erster in Europa mit dieser Therapie. Unten sehen Sie den Einsatz dieser Methode.

 

Ideal sind einzelne derbe Stränge

in der Hohlhand mit Befall

vor allem des Grundgelenkes.


Die Rhizarthrose: Arthrose des Daumensattelgelenkes

2/3 der Inzidenz findet sich zwischen 50 und 70 Jahren. Das Verhältnis Frauen zu Männer beträgt 9:1 und in Summe macht die Rhizarthrose 10 % aller Arthrosen aus. Höhere Instabilität aufgrund lockereren Bindegewebes, unvermeidbar höherer Gelenksdruck und genetisch determinierte primäre Knorpelschwäche führen zu der die Frauen stärker beeinträchtigenden Verteilung. Eine wesentliche Pathologie ist die Degeneration und Schwäche des sogenannten vorderen Schrägbandes

Die Rhizarthrose beginnt nicht selten schon in relativ jungen Jahren in Zusammenhang mit einem sogenannten Hypermobilitätssyndrom. Schmerzen im Daumenballen mit Ziehen in den Unterarm lassen häufig an Sehnenscheidenentzündungen denken. Auch das KTS erscheint als Differenzialdiagnose. Bei der Untersuchung der fast immer weiblichen Patienten zeigt sich ein auffallend großer Bewegungsumfang aller Gelenke. Lokaler Druckschmerz vor allem volar am Trapeziometacarpalgelenk, aber auch dorsoradial, ein positiver Grind-Test und schmerzhafte Endlagen des Bewegungsumfanges sind hinweisend. Die Verordnung einer Rhizarthroseschiene, bevorzugt von der Handtherapeutin angefertigt, und der Auftrag, diese konsequent durch 2 Monate zu tragen, liefert dann den Beweis, dass eine Stabilisierung von außen die Beschwerden lindert oder gänzlich aufhebt. Kommen die Beschwerden im Alltag ohne Schiene wieder, so kann in diesen Fällen chirurgisch mit einer Bandplastik geholfen werden. Der Umstand, dass dabei viele Patientinnen auch die zweite Seite operieren lassen, ist Beweis genug, dass die sogenannte Eaton-Littler-Plastik ein sehr gutes Verfahren dafür ist.

Eaton und Littler haben auch die bis heute gültige klassische Stadieneinteilung der Rhizarthrose publiziert. Im Stadium I bestehen Beschwerden ohne radiologische Veränderungen, ab Stadium II erkennt man eine Verschmälerung des Gelenkspaltes mit Sklerose, subchondral beginnend, ulnovolar an beiden Gelenkspartnern. Im Stadium III sind die Veränderungen deutlicher und man sieht freie Gelenkskörper. Das Stadium IV bedeutet eine pantrapeziale Arthrose. Das heißt, dass auch das angrenzende STT-Gelenk (Gelenk zwischen Kahnbein und den beiden Vieleckbeinen) degenerativ verändert ist. Ein Phänomen, das sehr häufig zu sehen ist und gelegentlich auch nach stattgehabter Trapezektomie noch zwischen Scaphoid und Trapezoideum entsteht.

 

Therapie:

Konservativ werden Schienen und physikalische Therapie eingesetzt. NSAR und lokale Infiltrationen ergänzen die Maßnahmen. Hyaluronsäure wurde und wird verwendet neben den gängigen Corticoidinstillationen. Eine Überlegenheit einer der beiden Therapien konnte nicht gezeigt werden.

Chirurgisch ist die Trapezektomie der Goldstandard. Aufwändige Verfahren mit Sehneninterposition und Bandrekonstruktion können zwar leichte Vorteile, jedoch keine signifikanten Verbesserungen zeigen. In den meisten handchirurgischen Abteilungen wird jedenfalls eine Art der Seheneninterpositionsplastik durchgeführt. Die Zufriedenheit der Patienten ist dabei groß, die objektiven Parameter gut. Viele Patienten lassen beide Daumen operieren. Für die Fälle der Stadien II und III nach Eaton-Littler ist die Endoprothese eine Alternative. Rasche Rehabilitation und gute Kraftentfaltung wurden hier schon in der Literatur dokumentiert. Auch die häufig gesehene Überstreckung des Daumens im Grundgelenk wird damit vermieden oder reduziert.

 

Röntgenaufnahme des Daumens nach

Resektions-Suspensionsarthroplastik


Nervenkompressionssyndrome

Zahlenmäßig dominant und volkswirtschaftlich aufgrund Produktionsausfall und Behandlungskosten bedeutsam ist das sogenannte Karpaltunnelsyndrom (CTS) ein Nervenkompressionssyndrom des Nervus medianus in Höhe des Handgelenkes. Das CTS ist zuerst eine klinische Diagnose. Ein Goldstandard-Test fehlt noch. Die Bedeutung der sogenannten Nervenleitgeschwindigkeit bleibt, weil nicht selten falsch negativ oder das Beschwerdeausmaß verkennend fraglich. Der hochauflösende Ultraschall scheint besser mit der Klinik zu korrelieren. Die Symptomatik beinhaltet Taubheit und Kribbeln im Versorgungsgebiet, „eingeschlafenes Gefühl der Finger“ nachts, Schwäche, Tinel- und Phalen-Zeichen sowie Verlust der 2-Punkt-Diskrimination.

 

Therapie des CTS:

Die Behandlung ist vorerst konservativ mit Ruhigstellung, NSAR und Infiltration mit Corticoid. Diese Maßnahme ist, wenn wirksam, auch der verlässlichste Indikator für das Vorliegen eines CTS. Die Behandlung wird durch Begleiterkrankungen der Halswirbelsäule oder des Stoffwechsels wie Diabetes nicht beeinflusst.

Chirurgie: Diese Therapieoption ist die einzig nachhaltig wirksame und kosteneffektivste. Dabei sind das Ligamentum carpi transversum und Retinaculum flexorum zu durchtrennen, dies unabhängig von der gewählten Technik: offen oder endoskopisch. Retinaculumverlängerungen oder Neurolysen sind nicht empfohlen, eine Ruhigstellung nach Operation ist nicht indiziert. Der Erfolg der Therapie ist jedenfalls durch einen oder mehrere Tests zu bestätigen.

 

Gelber Pfeil:

Nervus medianus nach offener Dekompression


Differentialdiagnostisch kommt ein Kompressionssyndrom der Nervus ulnaris in Frage. Dieser hat im Wesentlichen zwei Engstellen, die mit zunehmendem Alter häufiger symptomatisch werden. Bei weitem öfter finden wir das proximale Kompressionssyndrom, genannt Sulcus nervi ulnaris Syndrom (SNUS). Selten und schwierig zu diagnostizieren ist das Syndrom der Guyon'schen Loge in Höhe des ulnaren Handgelenkes auf der Strecke zwischen Erbsenbein und Haken des Hakenbeins. Beim SNUS handelt es sich um einen mit zunehmender Beugung im Ellbogengelenk sich steigernden Innendruck des Nervs, verbunden mit einer Mangelversorgung. Da diese Stellung bewusst beeinflusst werden kann, ist die Behandlung des SNUS auch eine Domäne der konservativen Behandlung. Änderung des Schlafritus und Schienenversorgung helfen in vielen Fällen. Die Operation offen oder endoskopisch mit oder ohne Transposition des Nervs aus seinem Bett nach ventral ist bei Fehlschlag der konservativen Therapie knöchern ligamentärer Pathologie am medialen Ellbogen und bei jungen Patienten indiziert. Letztere haben häufig eine anatomische Varietät mit aberrantem Muskelgewebe.


Ellbogen

Epicondylitis radialis:     
Die Erkrankung ist äußerst häufig und betrifft im Wesentlichen den Ursprung des kurzen Handgelenksstreckermuskels. Dieser sehnige Bereich, welcher am speichenseitigen Ellbogen anheftet, ist dabei überlastet. Dadurch kommt es neben Einreißen der Sehnenfasern zu einer ungeordneten Neubildung von Mikrogefäßen. Der Sehnenursprung kann auch abreißen. Die konservative Behandlung erfordert jedenfalls viel Geduld des Patienten. Der Spontanverlauf dauert etwa 2 Jahre! Allgemein schmerzstillende Maßnahmen und physikalische Therapie stehen im Vordergrund. Eine Operation ist nur selten erforderlich und kann auch arthroskopisch erfolgen. Bei Sehnenriss und Defektbildung ist die Behandlung deutlich aufwändiger.


 

 

Der gelbe Pfeil zeigt die Stelle, von welcher an der Gelenkseite operiert wird!


Freie Gelenkskörper oder Gelenksmäuse sind sicher die häufigste Indikation für die Gelenksspiegelung am Ellbogen. Dabei werden die im Gelenksraum frei beweglichen von Knorpel überzogenen, meist röntgendichten Stücke mittels Zange entfernt.


Kunstgelenk am Ellbogen bei rheumatischer Arthritis

 

Ein seltener, aber für die Betroffenen sehr wichtiger Eingriff, denn damit erlangen viele Rheumapatienten ihre Selbständigkeit im Alltag wieder.


Schulter

Das zahlenmäßig bedeutendste Problem an der Schulter ist das sogenannte Impingement. Dabei kommt es aufgrund gewisser degenerativer Veränderungen an Sehne, Bandapparat und Schultereckgelenk wie dem knöchernen Schulterdach zu einer relativen Enge zwischen diesem und dem Oberarmkopf. Resultat ist ein nicht selten betont nachts sehr schmerzhafter Zustand an der Schulter. Bei Scheitern konservativer Maßnahmen benötigen leider viele Patienten einen Eingriff. In den meisten Fällen reicht es die knöcherne Enge zu beseitigen. Bei Sehnenrissen bei relativ jungen Patienten empfiehlt sich die Rekonstruktion arthroskopisch oder offen.

Kunstgelenk an der Schulter

Wenngleich zahlenmäßig im Vergleich zu Knie und Hüfte weit weniger wichtig, hat die Endoprothetik an der Schulter in den letzten 15 Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Verschiedene Modelle stehen hier zu Verfügung, je nachdem, ob die Sehnenkappe erhalten ist oder nicht.


 

 

Modernes Implantat einer anatomischen Schulter-Totalendoprothese


Gonarthrose  und Coxarthrose

Die Abnützung am Knie ist heute schon weit öfter Grund für den Einbau eines Kunstgelenkes als jene an der Hüfte. Folgen von (Sport-) Verletzungen, Achsfehler wie O-Bein und Übergewicht sind die häufigsten Ursachen für eine Gonarthrose. Wenn Gewichtsreduktion, Physiotherapie und physikalische Maßnahmen nicht mehr nützen, wird eine Operation erforderlich. In ausgewählten Fällen reicht ein sogenannter Halbschlitten. Dabei wird meist nur die Innenseite des Kniegelenkes ersetzt. In der Mehrheit ist aber eine Totalendoprothese erforderlich. Für Knie und Hüfte gilt: Exakte Planung zur Wahl der idealen Größe und Position ist entscheidend für den Erfolg.


 

Gonarthrose: Knieendoprothese


 

Coxarthrose Versorgung HTEP